Karl-Josef Laumann MdL

Vorsitzender des CDU - Kreisverbandes Karl-Josef Laumann gibt Vorsitz ab.

Quelle: wmtv-online.de

Nach 25 Jahren verabschiedet sich Karl-Josef Laumann überraschend vom Amt des Vorsitzenden des CDU - Kreisverbandes.

Gegenüber wm.tv erklärte Laumann heute, dass es nach 25 Jahren CDU-Kreisvorsitz jetzt an der Zeit sei, den Jüngeren den Vortritt zu lassen. Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist, so Laumann weiter und schließlich bliebe bis zum Kreis-Parteitag am 4. November genügend Zeit die Nachfolgersituation zu regeln.  Seinen übrigen Aufgaben, unter anderem als Chef der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf, sowie seinem Bundesvorsitz der CDA, wird der 53-Jährige weiterhin nachkommen. Der Entschluss, nach so langer Zeit den Vorsitz abzugeben, habe auch nichts mit der großen Arbeitsbelastung aus seinen diversen Ämtern zu tun, sondern es sei an der Zeit, frischen Wind in die Partei zu bringen. Zu dem erklärte der aus Hörstel-Riesenbeck stammende, er habe bereits jemanden als Nachfolger im Visier, aber weitere Details, wolle er nicht preisgeben. 

 

Rente mit 67 muss bleiben!

Quelle: www.cda-bund.de

"Wenn der Gesetzgeber an der Rente mit 67 wackelt, wird sich nichts mehr bewegen, weil es das Schönste für alle Beteiligten ist, das Problem auf Kosten der Sozialversicherungen und des Staates zu lösen", warnte der CDA-Bundesvorsitzende Karl-Josef Laumann  vor Änderungen bei der Rente mit 67. "Dann denken die Unternehmen nicht mehr nach und die Wirtschaftsverbände und die Gewerkschaften auch nicht", so Laumann weiter. Deshalb dürfe man der jetzigen Gesetzgebung zur Rente mit 67 grundsätzlich nichts ändern. Der CDA-Bundesvorsitzende sprach sich lediglich für branchenspezifische Lösungen aus: "In Branchen, in denen körperlich harte Arbeit verrichtet und in Schichten gearbeitet wird, müssen wir das gesondert regeln. Es ist deshalb gut, dass einige Gewerkschaften wie die Chemiegewerkschaft IG BCE schon an Arbeitszeitkonten arbeiten und dass Fonds aufgelegt werden, mit denen man dann eine branchenspezifische Lösung für Menschen finden kann, die wirklich nicht bis 67 arbeiten können", so Laumann.

 

Kommentar von Achim Giersberg, Westfälische Nachrichten

 
DIE SCHWIERIGE LAUMANN-NACHFOLGE
Es rüttelt im Karton
Nein, die 13. Wiederwahl wollte er sich nicht mehr antun. Es ehrt Karl Josef Laumann, dass er das wichtige politische Amt des CDU-Kreis-Vorsitzenden nicht als Erbhof versteht und neuen Kräften eine Chance geben will. Doch warum gerade jetzt?

Natürlich hat das weniger mit der 13 als mit dem neuen Stress-Job als Fraktionschef in Düsseldorf zu tun. Und sicher auch mit der Hoffnung auf „neue Impulse“. Aber wohl auch damit, dass der heimatliche Kreisverband für Laumann längst nicht mehr nur Kraftquell und stärkender Rückhalt war. Sein Wort vom nur „zufriedenstellenden“ Zustand der Kreis-Partei deutet das an. Da sind die generellen Probleme von Überalterung und Politikverdruss, die alle Parteien treffen. Aber eben auch hausgemachte. Wer die „ehrliche Haut“ Laumann kennt, weiß, wie sehr ihn die bundesweit diskutierte Affäre um den falschen Doktortitel und den verweigerten Rücktritt des CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper mitgenommen und geärgert hat. Was da alles hinter den Kulissen gelaufen ist - nur er weiß es wirklich.

Wie auch immer. Nach 25 Jahren - in der Mehrzahl sehr erfolgreichen Jahren - hat Laumann jedes Recht der Welt, nun die Verantwortung an andere abzugeben. Doch sind da wirklich so viele potenzielle Nachfolger wie er behauptet?

Dieter Jasper, unter anderen Umständen eine erste Wahl, scheidet natürlich gänzlich aus. Neben ihm verfügt die frisch gewählte Landtagsabgeordnete Christina Schulze-Föcking über einen professionellen Mitarbeiter-Apparat, der die Arbeit einer Kreis-Vorsitzenden sicher erleichtern würde. Auch vom Alter würde sie passen - und indirekt hat Laumann sie ja auch ins Spiel gebracht.

Aber hat sie wirklich bereits das politische Gewicht, um den fünftgrößten CDU-Kreisverband in NRW zu führen? Wohl kaum. Auch der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper oder Landrat Thomas Kubendorff hätten das Potenzial, die Partei zu führen. Aber wollen sie und will die Partei sie? Beides ist höchst ungewiss. Wer bleibt da noch?

Die nächsten Wochen werden also spannend. Für einen wie Karl-Josef Laumann, der schon heute als „politisches Urgestein“ gilt, einen Nachfolger zu finden ist naturgemäß ziemlich schwierig. Aber irgendwann musste es ja sein und wahrscheinlich hat Laumann recht, dass jetzt die richtige Zeit dafür ist.

Die Partei ist im Umbruch, es rüttelt und schüttelt sie kräftig durch. Charaktere, die sich davon nicht erschrecken lasen, sind gefragt. Im Land und jetzt eben auch im Kreis.